Das eigene Auto – ein Hobby nur für Männer?

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Manta Manta, Grease, The Fast and the Furious – nur ein kurzer Abriss in die Filmgeschichte, um zu verdeutlichen, dass Autos und Fahrzeuge seit Jahrzehnten mit dem Männlichkeitsbild in Verbindung stehen. Til Schweiger, der prollig nuschelnd in seinem Opel Manta durch das Ruhrgebiet fährt, John Travolta als Danny, der mit seinen Freunden Autos frisiert oder Paul Walker und Vin Diesel, die reihenweise hochkarätige Karosserien zu Schrott fahren: Alle Filme vereint, dass ein potenter junger Mann im Zentrum steht, der Freiheit, Anerkennung oder beides sucht und diese Sinn- und Freiheitssuche eng mit dem mobilen Fahrzeug in Verbindung steht. Doch die Gesellschaft ändert sich. Frauen sind sehr wohl nicht nur Motorhauben-Aufhübschung oder eine sexy Beifahrerin, sondern sind finanziell unabhängig geworden und können mittlerweile selbst einen Sportwagen wie etwa einen Ferrari fahren. Für diese Entwicklung gibt es selbstverständlich im Film auch zahlreiche Beispiele. Tarantinos Death Proof dreht den Spieß innerhalb eines Films um: In der einen Hälfte verfolgt ein Stuntman eine Gruppe junger, aufreizender Mädchen bis zum bitteren Ende der Frauen, in der zweiten drängen drei junge Schauspielerinnen denselben Stuntman in den Tod. In immer mehr Actionfilmen setzen sich Frauen gekonnt ans Steuer und durchbrechen das Stereotyp des passiven Accessoires.

Frauen drängen in die Männerdomäne – mit Erfolg

Wenn die Darstellung bereits im Mainstream-Kino angekommen ist, kann man davon ausgehen, dass die Entwicklung bereits länger im Alltag besteht – schließlich möchte Hollywood wachsende Zielgruppen ansprechen. Kein Wunder also, dass immer mehr Frauen ebenfalls darauf achten, welches Auto sie fahren und auf Prestige achten, und nicht (nur) den Volvo für die Familie in der Garage stehen haben. Im Vergleich zu Männern ist die Anzahl Frauen, die selbst an Autos herumschraubt und diese wie ein Kind behandelt immer noch deutlich geringer. Doch die Zielgruppe sollte nicht vernachlässigt werden, sie wächst zusehends! Frauen kaufen also mittlerweile beispielsweise auch einen Ferrari, als Zweitwagen beispielsweise. Das Hobby Auto ist nicht mehr allein in Männerhand, Frauen möchten auch mobil sein und sie können es sich inzwischen auch leisten. Wo vor Jahrzehnten die Anzahl an Frauen deutlich geringer war, die überhaupt einen Führerschein besaßen, sind die Zahlen mittlerweile zwischen Jungen und Mädchen sehr ausgeglichen. Frauen drängen in die „typischen Männerberufe“ wie Elektrotechniker oder auch Kfz-Mechaniker: Und selbst wenn sie nur zum Spaß einen Ferrari F12 fahren, verzweifeln sie nicht mehr, wenn der Autoreifen gewechselt werden muss. Und auch nicht, wenn der Ferrari F12 Preis auf erste Sicht sehr hoch ist, wird der Kauf zu ihrer Entscheidung und nicht zu der ihres Ehepartners.